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Einer führenden Persönlichkeit heute sollte nicht widerfahren können, was führenden Athenern widerfuhr, als sie vom Philosophen Sokrates in einfachen Fragen auf ihre eigene Orientierung und ihre selbst vertretenen
Werte befragt wurden: Sie konnten die einfachsten Fragen nur mit Ausflüchten beantworten. Sie offenbarten sich öffentlich als Menschen, die andere zwar führen wollten, die selbst aber nicht einmal wussten, wovon sie
hierbei redeten.
Eine wirklich führende und damit maßgebende Persönlichkeit weiß, wovon sie redet. Sie kann ihre Aussagen begründen und erklären. Sie kann über ihr Maß, ihre Werte und vor allem ihre Bewertungen und Beurteilungen
verständlich Rechenschaft ablegen.
Im Athen der aufkommenden Philosophie war Sokrates offenbar der Einzige, der ein wirkliches Maß besaß und diese Orientierung auch anderen Menschen mitteilen konnte. Dieser tragische Zustand sollte sich heute nicht
annähernd in ähnlicher Weise wiederholen können.
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